Aktuelles
+Erneuerung Fußgängerbrücke über den Beberbach bei Waggum
Endlich war es soweit. Die marode Holzbrücke über den Beberbach in Nähe der ehemaligen
Waggumer Kläranlage wurde durch eine neue Fußgängerbrücke ersetzt. Die Brücke verbindet die
Straße Erlenbruch in Waggum mit den Wegen in Richtung Bevenrode und ist ein wichtiger Bestandteil
des örtlichen Naherholungsgebietes. Die alte Holzbrücke, die vielen Bürgerinnen und Bürgern
auch als "Bingo-Brücke" bekannt ist, erfreute sich seit Jahren großer Beliebtheit bei Spaziergängern,
Wandernden und Naturfreunden, war aber seit geraumer Zeit völlig desolat und abgängig.
Nach etwas längerem Hin und Her - insbesondere die Ausübung der Verkehrssicherungspflicht
spielte dabei eine große Rolle- konnte die alte Holzbrücke abgerissen und durch ein noch
vorhandenes Teilstück einer ehemaligen stählernen Fußgängerbrücke über den Mittellandkanal
nach entsprechender Aufbereitung durch die Firma Oeko-Frank aus Hondelage ersetzt werden.
Die Idee dazu hatte Schunterverbandschef Werner Denneberg, der tatsächlich wußte, wo dieses
Teilstück der ehemaligen Kanalquerung lagerte.
Mit Hilfe des Verbandsbaggers konnte sowohl die alte Brücke abgebaut und die neue Brücke
nach der Generalüberholung installiert werden. Als Maßnahmeträger fungierte der Angelsportverein
Braunschweig, als Zuwendungsgeber für die Aufbereitung der Brücke die Stadt Braunschweig.
Dem verschloss sich auch die Feldmarkinteressentschaft Waggum um den Vorsitzenden Henning
Telge nicht und stimmte diesem Vorhaben bereits vorab zu.
Alles in allem ein toller Gewinn für den Ortsteil Waggum, für die Spaziergänger und
Naturliebhaber, die dieses schöne Fleckchen Erde entlang des Beberbaches sehr schätzen und
auch nutzen. Diese Aktion zeigt einmal mehr und auch eindrucksvoll, dass gute Ideen durch
gemeinsames, abgestimmtes Handeln zeitnah umgesetzt werden können und letztlich einen großen
Gewinn insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger haben.
Der UV Schunter bedankt sich an dieser Stelle außerordentlich bei der Feldmarkinteressentschaft
Waggum, dem Angelsportverein Braunschweig, der Stadt Braunschweig, dem Wasserverband Mittlere
Oker für die Zurverfügungstellung des Brückenteils sowie bei der Firma Oeko-Frank aus Hondelage
für gemeinsames beispielhaftes "Machen" und nicht "langes Reden".
+Altersabteilung der Ortsfeuerwehr Essenrode an der Schunter on tour
Auf Einladung des Unterhaltungsverbandes Schunter bereisten Mitglieder der Altersabteilung
der OFW Essenrode die Schunter im Bereich der Stadt Braunschweig und des Landkreises Gifhorn,
um die dort noch bestehenden Bauwerke in und für die Schunter sowie einige dort vom Verband
vorgenommene Fließgewässerentwicklungsmaßnahmen zu besichtigen.
Los ging es zunächst von Essenrode aus zur noch bestehenden Freiflutwehranlage in Wenden.
Dieses bereits aus dem 18. Jahrhundert bestehende Wehr wurde vor rd. 25 Jahren von der Stadt
Braunschweig unter Denkmalschutz gestellt, vom UV Schunter danach vollständig restauriert und
wieder gangbar gemacht. Um dort die Durchgängigkeit für Fische und andere Lebewesen sicherzustellen,
wurde ein Umgehungsgerinne mit starker Lockströmung gebaut, das den Aufstieg den Fischen und
anderen Wasserlebewesen um das Wehr herum ermöglicht. Da die zum Wehr gehörenden Wehrtafeln
aus schwerem Eichenholz noch mechanisch zu betreiben sind, durften 3 Feuerwehrkameraden die
Wehranlage mit Muskelkraft betätigen. Das Wasser schoss letztlich mit großer Gewalt über den
Schussboden in den Wehrkolk und in atemberaubender Geschwindigkeit füllte sich das Becken
unterhalb der Wehranlage. Jeder konnte sehen, welche Kraft und Dynamik in diesem Wasserstrom
steckte. Abschließend besichtigten die Feuerwehrkameraden noch den dazu gehörenden Umfluter,
der den Fischen den Aufstieg um das Wendenwehr sichert.

Von der beeindruckenden Wehranlage ging es weiter zum Mittellandkanaldüker in Wenden.
Hier fällt die Schunter 11m herunter, quert in einem Tunnelsystem, das auch Hochwasserabflüsse
zulässt, den Mittellandkanal und kommt auf der gegenüberliegenden Kanalseite in Thune wieder
auf gleicher Höhe wie in Wenden ans Tageslicht. Da diese Anlage sehr ver- steckt liegt und
noch keiner der Feuerwehrkameraden dieses kannte, hatte Verbandschef Werner Denneberg bei
seinen Erläuterungen sehr interessierte Zuhörer. Der Kanaldüker wurde vor kurzem vom Wasser-
und Schifffahrtsamt Braunschweig als dafür zuständige Behörde von Sediment geräumt. Etwas 2000
Tonnen Sand und Schlamm wurden aus den Dükerröhren entnommen und abgefahren.
"In Walle ist sie alle" unsere Schunter. Die Einmündung der Schunter in die Oker unterhalb
von Walle wünschten sich die Essenröder Feuerwehrkameraden als nächstes Ziel. Nach gut 60
Kilometern und 114 m Gefälle von der Quelle bei Räbke bis zur Oker geht das Schunter- wasser
nun in die Oker, bis es dann über Aller und Weser in die Nordsee mündet.

Einen weiteren Halt gab es dann noch an dem 2025 neu erstellten Wassererlebnisplatz in
Königslutter-Beienrode. Im Rahmen einer umfangreichen Gewässerentwicklungsmaßnahme zwischen
Beienrode und Ochsendorf durch den Nds. Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz
(NLWKN) hat der Schunterverband an der ehemaligen Sohlgleite in Beienrode einen Wassererlebnisplatz
erstellt, an dem man nicht nur das Schunterwasser belauschen oder wahrnehmen und beobachten
kann, sondern wo die Schunter auch zum Baden, zum Erleben des Wassers einlädt. Zudem stehen
genügend Bänke, Fahrradabstellmöglichkeiten und Informationstafeln zur Verfügung, um sich
vor Ort über die Gewässerentwicklung in diesem Bereich zu informieren. Ein weiteres Highlight
an diesem Platz ist der bei den Baggerarbeiten aufgetauchte Grenzstein Nr. 97 von der dort
verlaufenden ehemaligen Grenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Herzogtum Braunschweig.
Abschluss der Schunterrundreise war dann das Gelände des ehemaligen Landeskrankenhaus
in Königslutter am Elm, das von der Lutter, einem der stärksten Nebengewässer der Schunter,
durchflossen wird. Neben der beeindruckenden 1200- Jahre alten Kaiser- Lothar-Linde sollte
auch der seit Jahrhunderten bestehende, überaus mächtige Ducksteinwasserfall im Berggarten
des Geländes besichtigt werden. Leider war dieser Bereich wegen des bevorstehenden Dom-festes
abgesperrt. Auch wenn dieses Highlight nicht gezeigt werden konnte, war die Fahrt über das
weiträumige, von vielen Kunstwerken geprägte Krankenhausgelände für alle ein einmaliges Erlebnis.
Nach einer abschließenden Rast im Autohof Wendhausen ging es dann mit vielen neuen Eindrücken
über den Elmfluss wieder zurück nach Essenrode.
+Mit dem Landrat auf Schuntertour

Im Innenhof der Mühle Liesebach
Landrat auf Abschiedstour - und die Mühle wartet schon
Manche Dinge kommen im Sommer so zuverlässig wie die Schwalben unter dem Mühlendach: die
Sommertour des Landrats zum Beispiel. Und weil Bewährtes bekanntlich nicht verbessert werden
muss, führte auch in diesem Jahr eine große Fahrradgruppe quer durch die Region - mit der
Wassermühle Liesebach als Zielpunkt.
Nicht zum ersten Mal übrigens. Schon mehrfach gehörte die Mühle zu den Stationen der beliebten
Touren von Landrat Gerhard Radeck. Was einst mit Wanderungen rund um den Elm begann, entwickelte
sich im Laufe der Jahre zu einer ausgewachsenen Fahrradtour, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
den Landkreis Helmstedt und seine Nachbarregionen näherbringt. Das Schöne daran: Selbst alteingesessene
Einheimische entdecken unterwegs regelmäßig Ecken, von denen sie bislang nur glaubten, sie zu kennen.
Die diesjährige Tour am 12. Juli war allerdings etwas Besonderes. Es war die letzte Sommertour des
amtierenden Landrats vor den Kommunalwahlen im September. Eine Abschiedstour also-allerdings
nicht im Schaukelstuhl, sondern auf dem Fahrradsattel.
Von Räbke aus ging es am Morgen zunächst per Transport nach Wendhausen. Dort begann die
eigentliche Reise entlang der Schunter. Rund 50 Radfahrerinnen und Radfahrer machten sich auf
den Weg, begleitet von bestem Sommerwetter und der Aussicht auf einen geselligen Abschluss an der Mühle.
Landrat Gerhard Radeck bedankte sich für den Empfang, ehe Präsente überreicht wurden.
Auch Thomas Kempernolte durfte dabei nicht fehlen. Sein Name schwingt schließlich immer mit,
wenn es um das Radfahren in unserer Region geht.
Von Flussgeschichten, Bratwürsten und einer Beförderung
Wenn die Schunter im Mittelpunkt steht, sind Werner Denneberg und Tanja Genge nicht weit
entfernt. Der Vorsteher des Unterhaltungsverbandes SCHUNTER und seine Geschäftsführerin führten
die Gruppe zu den Orten, an denen in den vergangenen Jahrzehnten Schunter-Geschichte geschrieben
wurde.
Aus einem eher nüchternen Gewässer wurde vielerorts wieder ein lebendiger Fluss. Die Schunter
darf heute mäandrieren, Lebensräume schaffen und den Menschen zeigen, dass Wasser mehr sein kann
als etwas, das unter Brücken hindurchfließt. Wassererlebnisplätze machen das sogar ganz praktisch erfahrbar.
Offenbar trat die Gruppe kräftig in die Pedale. Jedenfalls tauchten die ersten Radler bereits
vor 15 Uhr auf dem Mühlenhof auf. Das Mühlenteam nahm die frühe Ankunft entspannt zur Kenntnis.
Bis auf eine Lautsprecheranlage, die kurzfristig nicht mehr angeschlossen werden konnte, war
alles vorbereitet. Doch wer einmal erlebt hat, wie Vereinsvorsitzende ohne Mikrofon sprechen
können, weiß: Technik wird häufig überschätzt.
Nach den obligatorischen Gruppenfotos - schließlich muss später irgendjemand beweisen
können, dass die Kilometer tatsächlich gefahren wurden - ging es in den angenehm kühlen Versammlungsraum.
Dort begrüßte Klaus Röhr die Gäste und spannte den Bogen von den Anfängen der Restaurierung
im Jahr 2008 bis zu den heutigen Aktivitäten rund um die Mühle. Besonders die Mittwochstruppe
erhielt ihre verdiente Erwähnung. Jene ehrenamtlichen Rentner, die seit Jahren schrauben, sägen,
mauern, streichen und reparieren und dabei regelmäßig beweisen, dass Ruhestand und Stillstand
zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Anschließend übernahm die Bratwurst die Regie. Von den hundert bestellten Exemplaren blieben
nur wenige übrig. Zusammen mit Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken entstand jene besondere
Mischung aus Hungerstillen, Fachsimpeln und Klönen, die auf dem Mühlenhof fast schon zur Tradition
gehört. Einige Dienstbeflissene nahmen noch einen Mühlenrundgang mit dem stellv. Vorsitzenden
Dietmar Hoffman wahr, der sich intensiv mit der Räbker Papierherstellung des 17. und 18. Jahrhundert
beschäftigte.
Eingangs wartete noch eine Überraschung auf den Landrat. Werner Denneberg beförderte ihn
offiziell zum "Schunterfreund" und verlieh ihm die passende Kopfbedeckung. Eine Würde, die
vermutlich nicht mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet ist, aber durchaus mit einem gewissen
Prestige verbunden sein dürfte.
So endete eine Sommertour, die einmal mehr zeigte, wie viel Geschichte, Natur und Engagement
entlang der Schunter zu entdecken sind. Und die Wassermühle Liesebach? Die tat das, was sie seit
vielen Jahren am besten kann: Menschen zusammenbringen.
Ein herzlicher Dank gilt dem Regieteam der Mühle, den Organisatoren des Landkreises Helmstedt
sowie dem DRK Helmstedt für die Begleitung der Tour.
+Jubiläumstour entlang der Schunter von Walle nach Räbke
TVB -Radler aus Schöningen auf Schuntertour
Im Rahmen des 125-jährigen Vereinsjubiläum des Turnvereins Brüderschaft aus Schöningen
-besser bekannt als TVB Schöningen unternahm die Fahrradtruppe des Vereins letzten Donnerstag
bei idealen Witterungsbedingungen eine Ausfahrt entlang des Schunterradweges von Schwülper
im Kreis Gifhorn - die Schunter mündet hier nach rd. 60 Flusskilometern in die Oker bis zum
Quellort des Elmflusses oberhalb von Räbke. Anführer Reiner Sydow hatte diese Radtour anhand
des Schunterradweges vorbereitet. Los ging es mit dem Transport der Räder und der TVB-Radler
vom Sportheim in Schöningen morgens um 07:00 Uhr. Um 08:00 Uhr ging es dann in Schwülper los.
Als erstes Etappenziel wurde die Schuntereinmündung in die Oker bei Walle angefahren, wo
Schunterverbandschef Werner Denneberg erste Informationen über den Elmfluss zum Besten gab.
Nach einer Frühstücksstärkung beim Bäcker in Walle ging es dann immer an der Schunter entlang
nach Wenden, wo sich die Schunter unter den Mittellandkanal tief bücken muss. Ganze 9 m fällt
der Fluss in den Kanaldüker, unterquert den Kanal, um auf der anderen Seite in Thune wieder
das Licht der Welt zu erblicken.
Weiter ging es am Fluss entlang durch die Nordgebiete der Stadt Braunschweig Rühme, Querum,
Hondelage bis nach Dibbesdorf, wo die Geschäftsführerin des Verbandes Tania Genge mit heißem
Kaffee, Kuchen und Gebäck auf die Fahrradtruppe wartete. Nach einer ausgiebigen Pause ging es
dann weiter nach Wendhausen, Lehre, Flechtorf, Hattorf nach Heiligendorf, wo Werner Denneberg
vom neuesten Renaturierungsprojekt des Schunterverbandes zwischen Heiligendorf und Flechtorf-Schuntersee
berichtete. Dieses ehrgeizige Renaturierungsprojekt befindet sich gerade in der europaweiten
Ausschreibungsphase, um die Gewässer- und Auenentwicklung aber auch den Hochwasserschutz entlang
dieses Schunter- abschnittes einschließlich der Wasserversorgung des Flechtorfer Schuntersees
sicherzustellen.
Nach diesen Informationen ging es wieder los über Glentorf, Klein-Steimke, Ochsendorf nach
Beienrode, wo vor kurzem eine weitere Renaturierungsmaßnahme vom NLWKN und UV Schunter fertiggestellt
werden konnte. Die hier ganz gerade verlaufende Schunter wurde hier auf Flächen der Autobahn AG
und der Stadt Königslutter auf rd. 2 Kilometern und 17 Hektar Fläche in ein neues, mäandrierendes
Bett verlegt, das mit Strukturelementen wie Wurzelstub- ben, Raubäume und Strömungslenkern versehen
wurde, um das Gewässer sich weiter ent- wickeln zu lassen. Zudem wurden auch Flachwasserbereiche,
eine Gewässeraue mit offener Wiesenlandschaft angelegt sowie ein sich entwickelnder Auwald. Stolz
berichtete Schunterchef Werner Denneberg, dass sich hier nur wenige Monate nach Fertigstellung
bereits einige Bodenbrüter zu Hause fühlen, aber auch Eisvögel, Störche, Rotmilane, Reiher und
Kraniche.

Mit Begeisterung wurde auch der vom UV Schunter gebaute Wassererlebnisplatz in Beienrode
im Bereich der Sohlgleite besichtigt. Wasser erleben, fühlen, hören, zur Ruhe kommen, in die
Aue sehen, aber auch miteinander kommunizieren am Wasser, das war die Grundidee des Verbandes,
an dieser Stelle in Beienrode diesen Platz zu schaffen. Ganz nebenbei kam noch ein alter Grenzstein
mit der Nummer 97 zu Tage, der die ehemalige Grenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Herzogtum
Braunschweig markierte. Er erhielt ebenso einen Extraplatz wie auch ein Überbleibsel der letzten
Eiszeit, ein riesengroßer Findling -genannt alter Schwede-
Mit tollen Eindrücken ging es nun auf die letzte Etappe nach Räbke, wo Bürgermeister Rainer
Angerstein am dortigen Wassererlebnisplatz es sich nicht nehmen ließ, die TVB-Radfahrtruppe
zu empfangen und sie mit dem besten Räbker Trinkwasser von der eigenen Wasserversorgung zu
überraschen. Hier endete nun die Jubiläumsradtour nach rd. 75 Kilometern. Ein großes Dankeschön
noch einmal an Reiner Sydow, der dieses alles organisiert und die Truppe stets von der Spitze aus
angeführt hat.
+Böschungsmahd 2026 Verbandsgebiet UV Schunter
Die Böschungsmahd 2026 erfolgt grundsätzlich ab diesem Jahr entsprechend der für die
einzelnen Gewässer erstellten Unterhaltungsplänen unter Berücksichtigung der von den je-
weiligen LK bereits vorliegenden Festlegungen für Ausnahmen. Darüber hinaus -wie bereits
ab 2025- ist nur noch die Firma Holland aus Allenbüttel im Einsatz. Die Mahdbereiche der
bislang lange Jahre für den Verband tätigen Firmen Suchot und Evers hat seit 2025 der UV
Schunter mit erweitertem Fuhrpark selbst übernommen. Für alle Bediensteten sowie für die
die Mahd durchführenden Großmaschinen (JCB-Trac und Unimog) stehen ab September
2026 entsprechende Rechner mit den entsprechenden Unterhaltungsplänen zur Verfügung.
Der Verband bittet jedoch um Rücksichtnahme und Nachsicht, wenn die Unterhaltungspläne
auch nach entsprechender Schulung nicht sofort zu 100 % umgesetzt werden, zumindest in
den Bereichen, in denen sich die Unterhaltung aufgrund der Unterhaltungspläne grundsätzlich
gegenüber der bisherigen Handhabung stark verändert hat. >> Aufgabenschwerpunkte
Ortsspezifische Festlegungen für Ausnahmen LK Wolfenbüttel
Feuergraben
Es ist ein künstliches Gewässer, das der Flächenentwässerung und der Hochwasserabführung dient
Abschlag aus der Wabe. Eine über den abschnittsweisen Rückschnitt hinausgehende Unterhaltung
wird daher von der UWB des LK Wolfenbüttel befürwortet. Die UNB vertraut auf die Beurteilung
des UV Schunter und der UWB, sodass es keine Einwände bezüglich der Präsentation festgehalten-
nen Unterhaltungsarbeiten gibt.
Mittelriede alt
Es ist ein künstliches Gewässer, das der Flächenentwässerung und der Hochwasserabführung dient
(Hochwasserüberlaufschwelle bei Ausleitung der Mittelriede aus der Wabe). Eine über
den abschnittsweisen Rückschnitt hinausgehende Unterhaltung ist bei den Gewässerschauen abgestimmt
worden, sodass die UNB der Stadt Braunschweig keine Einwände bezüglich der Präsentation
festgehaltenen Unterhaltungsarbeit hat.
Apelnstedter Grenzgraben
Es ist ein erheblich veränderter Wasserkörper, der der Flächenentwässerung und der Hochwasser-
abführung dient. Eine über den abschnittsweisen Rückschnitt hinausgehende Unterhaltung wird
daher von der UWB des LK Wolfenbüttel befürwortet. Die UNB vertraut auf die Beurteilung des
UV Schunter und der UWB, sodass es keine Einwände bezüglich der Präsentation festgehaltenen
Unterhaltungsarbeiten gibt.
Wabe in Erkerode
In der Ortslage wächst Brunnenkresse in der Wabe, die den ordnungsgemäßen Abfluss behindert.
Aufgrund der niedrigen Ufer tritt bei geringem Aufstau durch Vegetation die Wabe in die Fläche
über, was bei den be- engten Platzverhältnissen in der Ortslage zu Problematiken führt und das
Wasser nicht mehr ordnungsgemäß im Gewässerbett abgeführt wird. Daher wird hier ca.2 - mal
jährliche eine Stromstrichmahd mit einem Handmähgerät vorgenommen, bei der mindestens einseitig
Röhricht belassen wird. Aufgrund der hydraulischen Engstellen in diesem Abschnitt stimmt
die UNB des LK Wolfenbüttel der Unterhaltung zu. Die UNB vertraut auf die Beurteilung des UV
Schunter und der UWB, so dass es keine Einwände bezüglich der festgehaltenen Unterhaltungsar-
beiten gibt.
Wabe außerhalb Ortslage Erkerode
Aufgrund de Tallage (hohes Abflussaufkommen bei Starkregen) und den angrenzenden Kastanienbäumen
hat der UV Schunter hier bisher eine nahezu vollständige Böschungs- und Sohlmahd vorgenommen.
Zusätzlich unterhält die Landesstraßenbauverwaltung die rechte Böschungsoberkante
gewässerabwärts gesehen. Diese Behörde wurde bereits darauf hingewiesen, extensiver zu unterhalten.
Die UWB und UNB schlagen hier vor, eine einseitige Unterhaltung zu testen, da etwaige
Rückstaueffekte durch vermehrtes Bewuchsaufkommen hydraulisch eher als positiv zu bewerten
sind, da somit Abfluss zurückgehalten und "gedrosselt" der Ortslage Erkerode zugeführt wird. Der
UV Schunter stimmt zu, eine einseitige Mahd der Böschung sowie des Sohlbereiches zu testen. Der
Gewässerquerschnitt der Wabe ist in diesem Abschnitt sehr schmal, weswegen bei der Unterhaltung
mit Maschinen eine Mahd der Böschung ohne Eingriff in die Sohle mitunter nicht bzw. nur schwer
umsetzbar ist. Das Ergebnis der Unterhaltung ist abhängig von den hier technisch umsetzbaren
Maßnahmen.
Wabe bei der Voigtsmühle
Aufgrund der geringen Flächenverfügbarkeit und der in die Wabe abknickenden Schilfrohrhalme ist
nach Einschätzung des UV Schunter und der UWB des LK Wolfenbüttel eine nahezu vollständige
Böschungs- und Sohlenmahd erforderlich, um den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu gewährleisten.
Der UV Schunter weist auf die Problematik hin, dass die landwirtschaftlichen Flächen bestellt
werden, bevor der Verband jeweils nach der Ernte unterhalten kann. Indirekt wird noch einmal sei-
tens des Verbandes darauf hingewiesen, wie vorteilhaft es wäre, wenn hier Flächen für die Gewäs-
serentwicklung (Renaturierungsmaßnahme Wabe zwischen Lucklum und Neuerkerode) zur Verfü-
Gung gestellt würden (Eigentümer Voigtsmühle, BIMA, Julius-Kühn-Institut).
Wabe in den Bereichen Neuerkerode, Rautheim, ab Schöppenstedter Turm bis 1. DB-Damm
Diese Gewässerabschnitte sind nach Bereitstellung der digitalen Unterhaltungspläne bei Bedarf mit
den zuständigen Behörden des LK Wolfenbüttel abzusprechen.
Festlegung für akute Ausnahmen
Stellt der UV Schunter fest, dass zur Gewährleistung des ordnungsgemäßen Abflusses akute
Unterhaltungsarbeiten erforderlich sind bzw. werden, kann es diese behördlich nach Abwägung,
ob die Maßnahmen nicht in einer anderen Weise oder zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen könnten,
entsprechend § 39 BNatSchG Abs. 5 Satz 2 Punkt 2 durchführen (siehe unten).
§ 39 BNatSchG Abs. 5 Satz 2 Punkt 2
"Die behördliche Durchführung von Unterhaltungsarbeiten außerhalb des erlaubten Maßes an
Röhrichtrückschnitt ist dann rechtens, wenn durch Röhrichtaufkommen der ordnungsgemäße
Wasserabfluss maßgeblich behindert ist, den ein Unterhaltungsverband nach § 39 WHG bzw. § 61
NWG gewährleisten muss."
Allgemeine Festlegungen für Ausnahmen
Gewässerabschnitte, bei denen aufgrund von hydraulischen Randbedingungen eine Unterhaltung
erforderlich ist, die über den definierten abschnittsweisen Rückschnitt hinaus geht, werden in dem
Unterhaltungsplan des UV Schunter dargestellt. Die Unterhaltungsarbeiten dieser Abschnitte sind
bereits in der Vergangenheit bei Gewässerschauen abgestimmt worden. Zukünftig dient neben der
Abstimmung bei Gewässerschauen der Unterhaltungsplan als Grundlage für die Zustimmung der
Behörden. Somit wird in Einzelfällen die Befreiung des § 39 BNatSchG Abs. 5 Satz 1 - Nr. 3 (5)
nach § 67 BNatSchG erwirkt (Stichwort: öffentliches Interesse Hochwasserschutz).
Anfang 2026 wurde den zuständigen Behörden eine Shape-Datei zur Verfügung gestellt, die die
Unterhaltungsarbeiten darstellen. Einwände sind nicht an den UV Schunter gerichtet worden. Da-
mit gilt der Unterhaltungsplan als abgestimmt.
Erfolgen maßgeblich Abweichungen in der Unterhaltung zum Unterhaltungsplan aufgrund z.B. von
vermehrtem Bewuchsaufkommen in feuchten Jahren, zeigt der UV Schunter die Arbeiten den zu-
ständigen Behörden an.
Darstellungen der vorgesehenen Unterhaltungsmaßnahmen im Unterhaltungsplan sind für Behör-
den hilfreich, wenn Anwohnende sich mit Anmerkungen an sie richten. Sie können dann auf den
Plan verweisen, in dem die Unterhaltungsarbeiten auf Grund von örtlichen Randbedingungen fest-
gehalten worden sind. (siehe Wabeabschnitt U-Nullpunkt - Erkerode).
Grundsätzlich gibt es ein Vertrauensverhältnis zwischen dem UV Schunter und den zuständigen
Behörden, dass in den zulässigen Zeiten in einer zulässigen Art und Weise die Gewässer unter-
halten werden. Diese und weitere Abstimmungen dienen der Vertrauenspflege.
Definition Röhricht u. rechtliche Rahmenbedingungen
Röhricht - Definition des Begriffs
Unter Röhricht ist Vegetation zu verstehen, die an Gewässer bzw. feuchte Standorte gebunden ist
und aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften besondere Nahrungs- und/oder Habitatstrukturen
für diverse Arten bietet. Darunter ist somit auch die Brunnenkresse zu verstehen, die in Gewässer-
läufen wie der Wabe in Erkerode aufkommt.
Rechtliche Randbedingungen
Maßgeblich für die Unterhaltungsarbeiten bei Röhrichtvorkommen ist der § 39 BNatSchG Abs. 5
Satz 1 - Nr. 3 (5). "Es ist verboten, Röhrichte in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September
zurückzuschneiden; außerhalb dieser Zeiten dürfen Röhrichte nur in Abschnitten zurückgeschnitten
werden."
Ausnahmen
In § 39 BNatSchG Abs. 5 Satz 2 sind Ausnahmeregelungen für den oben aufgeführten Satz 1 auf-
geführt. Dabei betrifft die Unterhaltungsarbeiten an Gewässern 2. Ordnung 2.a) "Maßnahmen, die
im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden können
wenn sie behördlich durchgeführt werden."
Ein Unterhaltungsverband kann keine Maßnahmen behördlich anordnen (entsprechend § 39
BNatSchG Abs. 5 Satz 2 Punkt 1), aber er kann sie als Behörde durchführen, wenn sie "nicht auf
eine andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden können" (entsprechend § 39 BNat
SchG Abs. 5 Satz 2 Punkt 2).
Die behördliche Durchführung von Unterhaltungsarbeiten außerhalb des erlaubten Maßes an
Röhrichtrückschnitt ist dann rechtens, wenn durch Röhrichtaufkommen der ordnungsgemäße
Wasserabfluss maßgeblich behindert ist, den ein Unterhaltungsverband nach § 39 WHG bzw. § 61
NWG gewährleisten muss.
Unter einem "abschnittsweisen Rückschnitt" verstehen alle maßgeblichen Behörden im Verbandsgebiete
des UV Schunter die Mahd von 50 % des Röhrichts. Das ist dann erfüllt, wenn im
Winter lediglich eine Böschung eines Gewässerabschnittes oder nur der obere Teil der Böschung
und die Hälfte der Sohle gemäht werden. Alles, was darüber hinaus geht, fällt unter das Verbot
nach § 39 BNatSchG Abs. 5 Satz 1 - Nr. 3 (5). Das Gleiche gilt, wenn Röhricht - ganz gleich in
welchem Umfang - zwischen dem 1. März und dem 30. September zurückgeschnittten wird. Diese
Auslegung ist äquivalent zur Auslegung der Region Hannover hinsichtlich des "abschnittweisen
Rückschnittes von Röhricht" allerdings mit dem Zusatz "Böschung eines Gewässerabschnittes".
Ohne diesen Zusatz könnte fälschlicherweise angenommen werden, dass es legitim wäre, auf der
gesamten Länge eines Gewässers einseitig die Böschung zu mähen. Es ist allerdings eine differenzierte
Betrachtung anzustreben, die die ortsspezifischen Besonderheiten mit berücksichigt. Eine Einteilung
eines Gewässers in Abschnitten mit ähnlichen Charakteristika oder beispielsweise von einer Brücke
bis zur nächsten (siehe hierzu auch Unterhaltungsplan UV Schunter) ist sehr empfehlenswert.
Königslutter, den 26.06.2026
gez.
Werner Denneberg
Vorsteher UV Schunter